Karins Adventskalender
 

15. Dezember




Erika-Puppe

Die Lachpuppe


(Auszug)

...  Für ein kleines Mädchen wie Helma war dieser Besuch ein Grund zur Traurigkeit. Da hütete eine erwachsene Frau ein ganzes Haus voller Puppen - und sie besaß nicht eine einzige.
Nachts lag sie wach und grübelte, wie sie wenigstens eine der Babypuppen entführen könne. Sie malte sich aus, wie sie die Straße hinab laufen würde, durch das nächtliche Dorf, bis zu dem Puppenhaus. Vielleicht stünde die Haustür weit offen und man erwartete sie schon.
Aus dem Plan wurde nichts. Sie hatte Angst, am Abend allein durch das unbeleuchtete Dorf  zu gehen. 

So richtig schön träumen ließ es sich über dem Familienalbum. Dort gab es das Foto eines  Mädchens, ungefähr in Helmas Alter, mit einem Puppenwagen. Im Arm hielt dieses Mädchen - sie hieß Erika und war eine Cousine der Mutter - eine wunderschöne, schwarzhaarige Puppe.
Vor vielen Jahren hatte Erikas Mutter versprochen: "Wenn Erika einmal erwachsen ist, schicke ich Dir die Puppe für Deine Tochter!"
Und als Beweis hatte sie das Foto beigelegt.

Vielleicht mochte sich die Tante auch nicht von der Puppe trennen, oder sie hatte ihr Versprechen einfach vergessen - jedenfalls nahm die Geschichte kein gutes Ende:  Die Puppe verbrannte in ihrem  Puppenwagen bei einem Großbrand in  Hamburg.
An diesem Foto konnte sich Helma nie satt sehen. Sie malte sich immer wieder aus, was für eine glückliche Zeit sie mit dieser Puppe haben könnte, wenn die Tante nicht so vergesslich gewesen wäre - wenn kein Feuer ausgebrochen wäre...


Die Geschichte zum Weiterlesen


© Karin Rohner 2010

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